09 September 2013

We really fucked it up this time, didn't we, my dear?

Ich muss zugeben: Ich habe wirklich überlegt, ob ich heute diesen Text und dieses Bild posten soll. Ich bin mir immer noch nicht sicher, aber wenn ihr beides sehen könnt, dann habe ich wohl ein wenig an Mut gewonnen, denn eigentlich ist dieser Blog ja so etwas wie mein Tagebuch mit allem Schlimmen, Schönen und Besonderen, was mir passiert. Nur fremde Menschen kennen ihn (abgesehen von Alina und Stine, die das ja allerdings eh alles wissen). Also, wenn ihr keine Lust auf mein Problem Gequatsche habt, müsstet ihr bitte ab dem nächsten Punkt aufhören zu lesen und vielleicht beim nächsten Post wieder reinschauen. 
Wo, hoffentlich, noch einige weiterlesen, möchte ich erstmal nichts zu dem Bild sagen, außer, dass mir im Moment danach war. 

Ich habe ja schon über meine Karriere als schlechte Freundin geredet in diesem Post, aber, damit es auch nicht zu langweilig wird in meinem Leben ist natürlich noch mehr seitdem geschehen. Ich werde die Geschichte wieder mit den Buchstaben schreiben, das macht die Geschichte vielleicht ein bisschen einfacher. ("Einfacher"... kleine Pause für Lacher).
Ich habe ihn (B) nachdem noch ein paar Male gesehen, meistens abends, und jedes Mal war es wieder so zwischen uns. Denkt nichts falsches, wir haben uns nicht geküsst. Aber um so mehr Zeit verging, um so mehr wollte ich es eigentlich. Es kam mir nicht mehr allzu Falsch vor, weil meine Freundin (A) es nun wusste, nachdem ich es ihr über Skype erzählt habe. Kurz dazu: Ich hätte das auch wissen wollen, deswegen verhielt ich mich ihr gegenüber fair. Nun war auch ihre beste und meine gute Freundin (D) auch im Ausland. Sie hatte mir verziehen und wir haben uns auch nochmal ausgesprochen gehabt.
Einige meiner und seiner (B) Freunde bekamen das natürlich auch mit, und dann kam ein Abend, an dem seine beiden besten Freund ihn drauf ansprachen, ob er seiner nun Ex-Freundin (A) von der Anderen (C) erzählt habe. Er habe bis zu diesem Zeitpunkt immer gesagt, sie (A) wüsste von ihr (D), doch nun merkten die Beiden, dass er (B) sie die ganze Zeit belogen hat. Sein Freund war unglaublich wütend, warf ihm (B) vor, dass er das nicht machen könne, sagte, dass das mit mir auch richtig daneben war... und ich saß mit einigen meiner Freundinnen gegenüber in der Bahn und hörte alles. Wie es mir ging, muss ich nicht sagen.
Wir wechselten den Bahnwagon und redeten nicht auf dem restlichen Rückweg. 
Wenn ihr jetzt darüber nachdenkt, wieso denn diese Freundinnen das zwischen mir und ihm (wenn man überhaupt sagen kann, dass da was war) zuließen: Sie kannten das Mädchen (A) nicht, haben sie am ersten Schultag nur kurz kennen gelernt und hatten damit auch nicht diese enge Beziehung. Ihrer Meinung nach war das zwischen dem Mädchen (A) und ihm (B) vorbei und da er ja auch für ein Jahr weggehen würde, sahen sie kein Problem, dass ich die Zeit mit ihm verbrachte.
Nach dem Streit zwischen ihm (B) und seinen Freunden in der Bahn nahm ich mir vor Abstand zu halten. Es wäre besser so, redete ich mir ein. Ich schaute ihn nicht an, im Unterricht, wenn wir zusammen Musik hatten. Ich mied es, ihn direkt anzusprechen aber irgendwann knickte ich ein und es war sofort wieder wie vorher. Er hatte eh nur noch eine Woche. Es kam das Wochenende und ich ging mit Alina zum Stadtteilfest. Ich traf da zwei von den Freundinnen, die ebenfalls während des Streits in der Bahn mit gesessen hatten und verbrachte den Abend mal mit ihnen oder Alina. Eine von den Mädchen erzählte mir dann später, als es beinahe Zeit war, nachhause zu fahren, dass sie ihn (B) mit einem blonden Mädchen Händchen haltend gesehen hatte. Die Andere (D) hatte blonde Haare. Mehr musste ich nicht wissen, nur nachhause, in mein Bett und hoffen, dass ich nicht so schnell wieder nüchtern werden würde. Alina war so wütend auf ihn (B), dass sie ihn anrief und mit ihm sprach, allerdings weiß ich nicht, worüber, außer das, was sie mir im nachhinein erzählte. Alina gab mir mit einem Handzeichen zu verstehen, dass sie nicht wollte, dass ich zuhörte und ich setzte mich auf eine Wiese und wartete. Sie erzählte mir dann, dass er (B) sich auch nicht gut damit fühlte, was er tat, aber er würde die Andere (D) lieben und am liebsten sein Auslandsjahr für sie schmeißen. Er wollte nicht, dass ich das wusste, aber weil Alina und ich abgemacht haben, uns immer, IMMER, egal wie grausam es war, die Wahrheit zu erzählen, behielt sie es nicht für sich.
Am Samstag war ich mit den restlichen, und auch den beiden Mädchen vom Vortag, verabredet. Erst wollte ich absagen, weil mir echt nicht nach gute Laune heucheln war, aber als ich ihnen schrieb, warum ich nicht kommen wollte, sagten sie, sie würden mich schon wieder aufbauen. 
Wir wollte zu 7 im Wohnzimmer, das wir mit Matratzen und Kissen zu einem riesigen Schlaflager gemacht hatten, bei einer von ihnen zuhause übernachten, aßen Schokoladenfondu, kippten um halb 8 Uhr abends den ersten Ouzo und fuhren zum Stadtteilfest. Wir tanzten da, tranken, lachten, liefen durch die Gegend, trafen Unmengen von Leuten (auch ihn (B) aber ich habe ihn ignoriert, auch wenn er mich die ganze Zeit angeschaut hat) und auf einmal war eines der Mädchen zu betrunken und wir mussten sie halb tragen halb führen. 
Einmal ums klar zustellen: Wir sind kein assiger Haufen, der jedes Wochenende meint, sich besaufen zu müssen, bis man nicht mehr stehen kann. Sie hatte sich einfach überschätzt und auf einmal wankten wir mit ihr auf eine Steinmauer zu. Ich wusste ja, dass er da war, rief ihn an und bat ihn um Hilfe. Er wollte bei der Tankstelle Wasser mitbringen und dann zu uns kommen. Doch bevor er (B) bei uns war ging eines der Mädchen mit dem betrunkenen los, traf auf einen Klassenkameraden von uns, der zufällig (und das ist nicht die schmierige Art von "zufällig") in der gleichen Straße wohnte, wie die, wo wir schlafen wollten und begleitete die Beiden. 
Er (B) kam wenig später endlich zu uns und weil es wieder so war wie immer tanzten wir noch ein wenig und redeten. Wenn ich ein bisschen angeheitert bin, habe ich nicht wirklich eine Stärke für Durchhaltevermögen. Er (B) brachte uns dann zur Bahn und dort tanzten wir weiter (ja nicht ganz nüchtern). Später hatte mir eines der Mädchen, die, wo wir schlafen wollte, erzählt, dass er mich die ganze Zeit angeschaut hatte. Mag man von halten, was man will.
Wir fuhren also nach Hause, ohne dass ich mich von ihm (B) wirklich verabschiedet habe. Als wir um halb 2 endlich im Bett lagen, haben wir alle noch drüber geredet und ich schrieb mit ihm, sagte, ich hätte ihn gerne geküsst, hätte mich allerdings nicht getraut, und er meinte dasselbe. Wir sagten, dass es die letzte Chance gewesen sei, weil er den Montag nach diesem Wochenende fliegen würde. 
Am nächsten Tag, der Sonntag, schrieb ich ihm und fragte, ob wir uns vielleicht noch sehen könnten. Absicht ist klar. Er schrieb, er wolle abends zu Verwandten und würde anrufen, wenn er kommen könnte. 
Ums abzukürzen: Nein, wir hab uns nicht geküsst und nein, außer einer Umarmung war auch nicht mehr, aber ich konnte mich verabschieden. Vielleicht war auch genau das das besondere an dem Kuss. Er war etwas einmaliges, etwas, was man nicht einfach so wiederholen kann.
Jetzt wo ich weiß, dass das ganze nicht wirklich ohne Gefühl war, meinerseits und auch seinerseits. Und trotzdem habe ich das wieder das Gefühl, dass ich niemals genug für jemanden sein kann.

Heute Morgen um 10:10 Uhr ist das Flugzeug mit ihm, und damit auch mit einem meiner größten Probleme, abgehoben. 

Kommentare:

  1. was für ein wunderschönes Bild und dieser Text *_*

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  2. Dankeschön, das freut mich wirklich total!!
    Dein Blog ist echt toll, ich liebe die Stimmung deiner Bilder

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  3. wow. hab deinen blog gerade entdeckt.Wirklich super!

    ich bin vor kurzem in einer ähnlichen situation gewesen und es tat mir gut zu hören, dass ich nicht die einzige bin bei der nichts richtig zu laufen scheint. (:

    ich würde mich freuen wenn du mal auf meinem blog vorbeischaust.
    http://outloflthelblue.blogspot.de

    LG Anne ♥

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