06 August 2015

ich / du / er / sie / es vergisst


Ich habe mal ein Buch gelesen, das von dem Ort handelt, an den verlorene Menschen und Dinge kommen, wenn sie verschwunden sind. Den Titel habe ich vergessen, aber ich glaube die Autorin war Cecilia Ahern. Es war wie eine kleine Parallelwelt, die zu unserer existierte. Ich weiß noch, dass ich den Ort selbst gar nicht so schlimm fand. Das, was mich traurig machte, war, dass jedes mal, wenn ein Zurückgebliebener einer verschwundenen Person zum Beispiel deren Lachen vergaß, es in der Parallelwelt einmal zu hören und dann auch verloren war. Diese Art von Vergessen, die man als Vergessener selbst erlebt und beobachtet haben mich so, es gibt eigentlich kein Wort dafür, vielleicht betroffen oder erschrocken, dass ich selbst über das Vergessen und Verlieren nachdachte. 

Der Mensch tut alles Mögliche um nicht vergessen zu werden und, ohne ein Zeichen seiner Existenz, diese Erde zu verlassen. Gemälde, Statuen, Schriften... alles, um die Menschen, die sie darstellen oder erschaffen haben im Gedanken Andere am Leben zu erhalten. Jeder, der "etwas werden will" möchte im Grunde nur jemand Bedeutendes sein, um sich von der Masse abzuheben und um jemand zu sein, an den sich erinnert werden wird. 

Aber warum haben wir ein so starkes Bedürfnis, etwas zurück zulassen? Etwas, was zeigt "ich war hier"? Rein von der Logik her ist es schon unmöglich, dass 7, 125 Milliarden Menschen ein Zeichen ihrer Existenz für die Nachwelt erschaffen. Und welchen Vorteil sollten wir schon daraus ziehen? Wir werden nicht mehr auferstehen. Tot ist tot. Ob als Stalin, Bach oder Platon. 

Vielleicht ist es auch nur für das Selbstwertgefühl. 
Man hat also doch mal so viel bedeutet, dass Leute sich immer noch, auch nach dem ableben, über einen unterhalten.
Bravo.

1 Kommentar:

  1. Das Thema klingt wirklich interessant und bringt mich zum Nachdenken,
    ich glaube ich mache ich mal auf die Suche nach dem Buch ;D
    Liebste Grüße,
    Claudia

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