01 Juli 2016

Das Mädchen, dessen Haut irgendwie zu klein geworden ist

Lang ist es her. Ich hab in den letzten Monaten mein Abitur gemacht und (nicht wirklich überraschend) bestanden. Heute war die Zeugnisübergabe. Das mal eben zum Lebens-update.
Das Gefühl, das ich während der ganze Veranstaltung hatte, ist eigentlich nicht zu beschreiben. (Dazu muss man sagen, dass ich mir die Haare hab hochstecken lassen und mich deswegen unheimlich unwohl gefühlt habe, da das einfach überhaupt nicht ich war.)
Und genau diese Fremdheit und Ungewohntheit in meinem Körper empfand ich die ganze Zeit. Als wäre mir meine Haut über die letzten Wochen zu klein geworden. Und während sie mit dem Abstand zur Schule wuchs, und ich die langsame aber stetige Veränderung nicht merkte, fiel sie mir heute noch viel mehr auf, als ich versuchte in sie zurück zu schlüpfen. Auf einmal war mir der Mensch, der ich noch vor 2 Monaten war, irgendwie fremd. Ungefähr so, wie wenn man Kinderbilder von sich sieht und das kleine Menschlein darauf beinah mit einem mütterlichen Instinkt beschützen möchte. 

Von aussen ist die Veränderung sicher nicht zu erkennen aber ich spür sie. Meine Einstellung zum und Vorstellung vom Leben, mein Lebensgefühl und meine Empfindungen für alles um mich herum. Ich bin sehr froh über diese Veränderung und werd wohl nur noch einmal, zum Abiball, in meine alte Haut zurückkehren müssen.

Nachtrag: Jetzt, ein paar Stunden nachdem ich den Text geschrieben, ein wenig geschlafen und durch unser Abibuch geblättert hab, geht es besser. Ich weine zwar, ein bisschen um die Zeit, die jetzt vorbei ist und ein wenig um den Menschen, der ich nicht mehr bin, aber das ist nicht nur aus Traurigkeit, Sondern aus Freude, Dankbarkeit und Ergriffenheit über die wunderbaren Worte meiner Freunde.
Mein liebster von Antonia: "Mit dir zu lachen hält die Zeit an." 

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